Einheitsgemeinde Leinatal / Ortsteil Gospiteroda

Ortsansichten / GospiterodaGospiteroda ist - von der Autobahn kommend - der zweite Ortsteil der Gemeinde Leinatal und zählt mit seinen 358 Ein- wohnern (Stand 01.01.2014) zu den kleineren Orten unserer Einheitsgemeinde.

Gospiteroda wurde in der Zeit des Mittelalters im Zuge des Rodungsbaues gegründet. Erstmals erwähnt wurde Gospiteroda im Jahr 1346 in einer Urkunde des Klosters Georgenthal unter dem Namen "Gotzbrechterode". Inmitten des Dorfes befand sich ein Rittergut, dessen Entstehungsurkunden im dreißigjährigen Krieg vernichtet wurden. Zum Gut gehörten zahlreiche Ställe, Scheunen, die Schenke und das Brauhaus. Ein Springbrunnen im Gutshof wurde durch eine Holzleitung von Ortsansichten / Gospiterodaden Teichen südwestlich von Gospiteroda gespeist.

Während des dreißigjährigen Krieges ließ der Gutsherr gegenüber dem Herrenhaus die Kirche errichten. Sie sollte als Festung dienen und war wahr­scheinlich durch einen unterirdischen Gang mit dem Gutshaus verbunden. Darauf ließen Erdsenkungen schließen, die aber in der Vergangenheit achtlos zugeschüttet wurden. Gutsbesitzer waren die Reichsgrafen von Hohenlohe, die die Erbgerichtsbarkeit im Jahr 1842 dem Herzogtum Gotha und die Verwaltung des Richteramtes dem Justizamt Tenneberg übertrugen.
Ortsansichten / GospiterodaSpäter wurde das Gut an die Herren Wedekind verkauft. An diese Familie erinnert eine Tafel im Kirchenschiff. Die letzte Besitzerin des Gutes, Fräulein von Wedekind, übergab das Gut an einen Verwalter. Nach dessen Tod fiel das Gut an die Gemeinde. Es wurde unter 47 Nachbarn gegen eine geringe Summe verteilt.

Die Dorfschaft, die zu dieser Zeit aus zirka 200 Einwohnern bestand, ernährte sich von Ackerbau, Viehzucht und Tagelohn auf dem Gut. Als beachtenswerte Zunft galt der Kleiber. Das Kleiben ist eine dem Thüringer Fachwerkbau dienliche Tätigkeit, die von einigen Bürgern meisterlich beherrscht wurde. Die Gospiterodaer Kleiber zogen in die umliegenden Orte aus und füllten das Holzfachwerk mit Lehm.

Ortsansichten / GospiterodaIn den folgenden Jahrhunderten bis zum heutigen Tag wechselten Krieg und Frieden, Notzeiten und Blütezeiten einander ab. Die wohl schlimmste Zeit im vergangenen Jahrhundert waren die beiden Weltkriege 1914 -1918 und 1939 -1945. Zahlreiche Soldaten kehrten aus den Kriegen nicht zurück. Nach 1945 stieg die Einwohnerzahl des Ortes durch Umsiedler um ein Vielfaches.
Nach Beendigung des Krieges zogen für kurze Zeit die amerikanischen Streitkräfte in Gospiteroda ein. Nach Verhandlungen der Siegermächte des Krieges ging unser Gebiet an die damalige Sowjetunion.

Von 1945 - 1960 bewirtschafteten ein Großteil der Einwohner ihre Felder als Einzelbauern. Da es viele kleine landwirtschaftliche Ortsansichten / GospiterodaBetriebe gab, die ihren Besitzer nur recht und schlecht ernährten, arbeiteten viele Einwohner in den Betrieben in der Umgebung. Nach Gründung der LPG "Einigkeit" im Jahr 1960 wurde die landwirtschaftliche Pflanzen- und Tierproduktion gemeinsam betrieben.
Im Jahr 1973 wurde eine gemeinsame Milchviehanlage errichtet. In den Folgejahren schlossen sich die Genossenschaften der näheren Umgebung zusammen. Es entstand ein Pflanzenproduktionsbetrieb in Schönau v.d. W. und ein Tierproduktionsbetrieb in Ernstroda.

 

Kirche:

  • Mit dem Bau der Kirche wurde im Jahr 1623 begonnen. Sie wurde als Wehrkirche errichtet und war mit einer zirka 2 m hohen Mauer umgeben. Ein Teil dieser Mauer steht heute noch an der Südwestseite des Kirchengeländes.
  • An der Nordseite des Kirchenschiffs befindet sich der Turm, welcher nicht höher als das Kirchendach gebaut wurde. In ihm befinden sich die Glocken der Kirche. An der Straßen zugewandten Seite des Turmes ist ein Uhrturm angebaut.
  • In den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde die Kirche umfangreich saniert.

Ausstattung:

  • Taufgestell aus dem 17. Jahrhundert, von gefälliger Form; Sechseck-Sockel; runder, baluster-artiger Schaft, halb kugeliges, sechskantiges Becken mit geschweiften Kanten. Verzierungen- Holz, geweißt.
  • Kanzel an der Langhaus-Südseite aus dem 17. Jahrhundert: auf einer Mittelsäule und halb kugeliger, achtkantiger Auskragung, in fünf Seiten des Achtecks gebildet mit Ecksäulen. Die Treppe hat eine hübsch durchbrochen geschnittene Brüstung. Hübscher Schalldeckel. Holz, weiß mit Gold.
  • Orgel, erbaut 1741 mit 10 Registern vom Orgelbaumeister Karl Christian Hofmann, Gotha, restauriert im Jahr 1994 vom Orgelbaumeister Böhm aus Gotha

Lage von Gospiteroda:

  • Gospiteroda liegt ca. 10 km südlich der Kreisstadt Gotha und zirka 8 km östlich von Waltershausen.
  • Der schöne und sehr gepflegte Ort ist umgeben von Wiesen und Feldern.
  • Rad- und Wanderwege (überwiegend Bitumen) laden zu Touren in die nahegelegenen Ortsteile Leina, Wipperoda, Schönau v. d. Walde oder zu den Ausflugszielen auf dem Boxberg ein.
  • Die Stadt Eisenach und die Landeshauptstadt Erfurt sind in ca. 30 min zu erreichen.

Infrastruktur:

  • Versorgungs- und Entsorgungsleitungen wurden in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts neu errichtet.
  • Im Jahr 2000 wurde ein modernes Klärwerk für den Ort in Betrieb genommen.
  • Alle Straßen wurden in den 1990er Jahren neu ausgebaut.
  • Ein großzügiger sehr schöner Spielplatz belebt das ruhige Dörfchen.
  • Für Dorf- und Vereinsfeste stehen ein Pavillon und ein Festplatz zur Verfügung.
  • Entfernung zur Autobahn A 4 Abfahrt Boxberg ca. 3 km.
  • Gastronomie und Geschäfte zur Versorgung der Bürgerinnen und Bürger sind in hoher Qualität vorhanden.

Klima, Vegetation:

  • Gospiteroda gehört zum Klimagebiet des mitteldeutschen Berg- und Hügellandklimas und weist bereits deutliche Tendenzen zum kontinental getönten Klima des Innerthüringer Beckens auf. Durch die Lee-Lage zum Thüringer Wald kann das Klima als verhältnismäßig trocken, wintermild und sommerkühl charakterisiert werden. Für die Betrachtung der klimatischen Werte wird die Meßstation Hohenkirchen herangezogen.
  • Die Ortschaft ist umgeben von Ackerland. Durchbrochen wird die Landschaft durch zahlreiche Anpflanzungen an Wegesrändern. Im Südwesten befindet sich der Reitenberg, eine zirka 200 m breite Waldung.
    Im Nordosten liegt der Boxberg mit seiner Pferderennbahn.

Sehenswürdigkeiten:

  • Kirche von Gospiteroda Blick vom Boxberg Richtung Leina und Inselsberg
  • großer Kinderspielplatz und Festplatz mit Pavillon
  • Naherholungsgebiet Boxberg mit Pferderennbahn und Gastronomie
  • Naherholungsgebiet Baggerteich

 

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